Wenn der Berg ruft, dann muss man hinauf.
Zumindest haben Marion und ich das bei einem unserer Fotoabenteuer beschlossen und uns kurzerhand auf den Weg gemacht.
Diesmal waren wir in Österreich unterwegs. Unser auserkorenes Ziel: der Großglockner und die atemberaubende Hochalpenstraße.
Schon beim Treffpunkt an der Mautstation in Ferleiten war uns die Vorfreude ins Gesicht geschrieben. Mug und Chucks scharrten förmlich in den Startlöchern 😉. Nach einer kurzen, aber umso herzlicheren Begrüßung ging es dann gemeinsam mit einem Auto los – hinauf auf eine der schönsten Hochalpenstraßen überhaupt.
Wer uns kennt, weiß: Wir brauchen mindestens doppelt so lange wie geplant. Zu viele „Schau mal!“, „Das ist ja der Wahnsinn!“ und spontane Stopps zum Fotografieren und wenn es keine Möglichkeit zum Halten gab, dann eben direkt aus dem Auto heraus. Nach jeder Kehre wartete wieder ein neues Motiv, ein neues Panorama. Die gesamte Strecke hinauf haben wir gestaunt, wie kleine Kinder vor einem Berg von Süßigkeiten😊!
Ankommen, Durchatmen, Loslassen
Natürlich haben wir zuerst den Großglockner selbst „gestürmt“, inklusive Blick auf die Pasterze, beeindruckender Aussichten und seiner tierischen Bewohner. Ankommen, Überblick verschaffen, den ersten Kaffee mit Aussicht im Panoramarestaurant genießen.
Danach ging es ein kleines Stück zurück zu unserer Unterkunft. Und was soll ich sagen: besser hätten wir es nicht treffen können. Perfekt gelegen, ziemlich mittig zu all den Fotospots, die wir uns im Vorfeld ausgesucht hatten. Also auspacken, wohlfühlen, Aussicht genießen und mitgebrachte Souveniers testen ;). Mit einem kleinen Stößchen haben wir uns auf die kommenden Tage eingestimmt, schließlich soll man seine fotografische Auszeit auch genießen.
Sternenhimmel statt Schlaf
Damit kein Tag – und schon gar kein Abend – ungenutzt verstreicht, ging es gleich in der ersten Nacht noch einmal los. In den Bergen weiß man nie, wie sich das Wetter entwickelt, also bloß keine klare Nacht verpassen.
Weit weg von jeglicher Lichtverschmutzung hat uns die Milchstraße förmlich angelacht. Irgendwann gesellten sich auch der Mond und Wetterleuchten in der Ferne dazu – ein Schauspiel, das man nicht planen kann und genau deshalb so besonders ist.
Auf der Rückfahrt zu unserem Quartier, hatten wir dann noch eine besondere Begegnung, leider ging es uns ein wenig zu schnell, aber einen Schnappschuss aus dem Auto konnten wir ergattern ;).
Übrigens, auch solche Warnschilder darf man ruhig ernst nehmen ;)!
Alpenglühen – Magie am frühen Morgen
Das Umfeld unserer Unterkunft war ein Traum. Mit solchen Aussichten einschlafen und am nächsten Morgen wieder aufwachen – Herz, was willst du mehr?
Die nette Nachbarschaft stand frühmorgens schon bereit für erste Testfotos, aber lange Zeit blieb nicht. Wir wollten unbedingt das Alpenglühen am Großglockner festhalten. Also nichts wie los, wieder hinauf Richtung Gletscher.
Es ist ein magischer Moment, wenn man in der Dämmerung vor diesem mächtigen Gebirgsmassiv steht und beobachtet, wie die aufgehende Sonne Gipfel für Gipfel in warmes Rot taucht. Wir haben diesen Moment aus allen Perspektiven und mit allem, was uns zur Verfügung stand, festgehalten 😊.
Das sind diese Augenblicke, in denen man spürt, wie klein man selbst ist und wie winzig plötzlich all die Sorgen erscheinen. Mächtig, beeindruckend, inspirierend und einfach verzaubernd, wenn der Tag über Großglockner, Pasterze und Gletschersee beginnt.
Wir sind noch lange dagestanden, ganz bei uns, und haben diesen Moment einfach wirken lassen.
Murmeltiere, Kaffee & Geduld
Als dann die ersten Tagestouristen langsam den Weg hinauffanden, haben wir unsere Zelte vor dem Großglockner abgebrochen und uns auf die Suche nach den tierischen Bewohnern gemacht.
Lange suchen mussten wir nicht. Die Murmeltiere wuseln hier wirklich überall über die Hänge. Also rein ins Vergnügen, zuschauen, Morgenkaffee trinken. Wobei: ganz ungefährlich ist das nicht 😉. Die kleinen Nager sind sehr an Menschen gewöhnt und kennen kaum Scheu. Sie rücken einem schon mal ziemlich auf die Pelle – aber bei meinem Kaffee hört der Spaß dann doch auf 😄.
Natürlich ist es witzig und unglaublich entspannend, sie zu beobachten. Also Kamera raus und auf die Pirsch. Gar nicht so einfach, wenn sie ständig näher kommen – in der Hoffnung auf Futter. Spoiler: bei uns leider Fehlanzeige.
Auf der Suche nach Steinböcken & kleinen Wundern
Irgendwann machen selbst Murmeltiere Siesta. Also ging es für uns ein Stück bergab aber nicht ohne immer wieder die Hänge nach Steinböcken abzusuchen. Es gibt sie hier, ja. Aber ob sie sich zeigen, hängt von so vielen Faktoren ab, dass jede Sichtung pures Glück ist.
Beim ersten Versuch kein Steinbock, dafür wieder einmal diese Landschaft. Und ganz ehrlich: allein dafür lohnt es sich jedes Mal.
Entlang der Hochalpenstraße entdeckt man außerdem immer wieder kleine Wasserfälle, idyllische Kapellen, versteckte Wege, zauberhafte Seen und unzählige Details in Flora und Fauna. Und ja, wir gehören definitiv zu den Menschen, die auch für eine Spinne stehen bleiben und sie fotografieren 😊. Ist doch ein kleines Wunder der Natur!
Ein kurzer Moment Glück
Am späten Nachmittag haben wir noch einen letzten Versuch gewagt – und siehe da: ein Steinbock hat sich tatsächlich blicken lassen. Zwar nur kurz, aber intensiv genug, um uns mit breitem Grinsen zurückzulassen.
Danach ging es noch einmal zu unseren Murmeltieren und auf Motivsuche über die umliegenden Bergwiesen. Doch wie so oft in den Bergen begann sich über uns etwas zusammenzubrauen. Nach kurzem Überlegen entschieden wir uns für den Rückzug ins Quartier und das war definitiv die richtige Entscheidung.
Zurücklehnen & Pläne schmieden
Glücklich, zufrieden und mit gut gefüllten Speicherkarten ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. In unserer Unterkunft wartete eine tolle Bar mit Loungebereich perfekt, um den Tag Revue passieren zu lassen und schon wieder neue Pläne zu schmieden.
Am nächsten Tag stand noch ein besonderes Ziel auf unserer Liste: die Fuscherlacke, die wir bereits bei der Anfahrt entdeckt hatten. Dank des Unwetters am Vorabend war es dort angenehm ruhig, und wir konnten sie aus allen Winkeln erkunden und einige richtig schöne Motive entdecken.
Viel zu schnell verging auch hier die Zeit. Mit vielen Eindrücken, ruhigen Momenten und diesem ganz besonderen Gefühl von Weite und Durchatmen hat der Großglockner von uns ein klares Versprechen bekommen: Wir kommen wieder.
Lust auf dein eigenes Fotoabenteuer?
Wenn du selbst in dieses beeindruckende Gebiet eintauchen möchtest, dem Großglockner gegenüberstehen und all die großen und kleinen Wunder der Natur entdecken willst, dann freuen wir uns, diese Erfahrung mit dir zu teilen.
Begleite uns bei einem unserer Fotoworkshops oder auf einer unserer nächsten Fotoreisen zum Großglockner, lass dich inspirieren und genieße eine ganz besondere Auszeit mit Kamera und Herz.
Abenteuer Großglockner – Der Berg ruft – Fotografie Sabine Aichberger
Wir freuen uns auf dich!